Die Historie

Nachdem Raumfahrt durch Asteroidenbergbau und Vakuumfertigung profitabel geworden war, dauerte es nicht lange und die Menschen besiedelten alle Planeten und Monde im heimatlichen Sonnensystem.

Natürlich vergrößerte diese Entwicklung das ökonomische Wachstum der Erde und ermöglichte es der Menschheit mehr als jemals zuvor, tiefer ins Weltall vorzustoßen. Die Entfernung zwischen den Sonnensystemen war eine kaum zu bewältigende Barriere, aber die Entdeckung des Warp-Antriebes im 25. Jahrhundert brachte die große Wende. Sprungtore, die Gravitationswellen und negative Energie dazu verwendeten ein stabiles Wurmloch aufzubauen, erlaubten eine Reise zwischen zwei Punkten im Weltall quasi in Nullzeit. Die Kehrseite war allerdings, dass eines der Sprungtore zunächst zu seinem Zielpunkt gebracht werden musste, aber dennoch begann mit der Einführung der Sprungtore die allmähliche Expansion der Menschheit zu anderen Sonnensystemen.

Der nächste große Schritt war die Weiterentwicklung der Warp-Technologie zu Sprungantrieben. Die erste Version erlaubte nur kurze Sprünge innerhalb desselben Sonnensystems, aber spätere Versionen ermöglichten es Raumschiffen zwischen Systemen auch ohne die Hilfe eines Sprungtores zu springen. Das beschleunigte die Ausbreitung der Menschheit deutlich und zum Ende des 28. Jahrhunderts hatten Menschen in hunderten Sonnensystemen Siedlungen gegründet, von denen dutzende vollwertige Kolonien waren. Aber danach wurde die Expansion wegen der Bürokratie zunehmend schwieriger. Jedes Sonnensystem innerhalb der Reichweite der Sprungantriebe war lange vor seiner tatsächlichen Besiedlung verkauft oder geleast worden und viele, die auf einer neuen Welt siedeln wollten, mussten Jahre darauf warten, ihre Träume zu erfüllen.

Die Dinge nahmen jedoch eine unerwartete Wende zum Besseren, als in der Nähe des Systems Canopus ein natürliches Wurmloch entdeckt wurde. Obwohl ihre Existenz schon lange ein Objekt der Spekulation war, war es das erste Mal, dass dieses Phänomen in der Natur real auftrat. Sonden, die man durch das Wurmloch schickte, zeigten, dass es stabil war und in einem Sonnensystem in einer unbekannten Galaxis mündete. Das konnte eine abgelegene Ecke der eigenen Milchstraße sein, oder eine Galaxis am anderen Ende des Universums, oder sogar eine in einer anderen Dimension oder in einem Parallel-Universum.

Das Wurmloch wurde "EVE" getauft wegen der neuen Welten und des neuen Anfangs, den es bot. Es wurde die Entscheidung getroffen, an beiden Enden des Wurmlochs Sprungtore zu bauen, da nur speziell verstärkte Schiffe das Wurmloch passieren konnten. Darüberhinaus sagten Wissenschaftler voraus, dass sich EVE in einigen Jahrzehnten schließen würde.

So wurden also Material und Personen auf die andere Seite geschafft, um Stützpunkte in dem System zu errichten, in dem das Wurmloch mündete. Dieses System wurde schon bald "New Eden" getauft. Die beiden Sprungtore an den jeweiligen Enden, die "Tore von EVE", mussten außerordentlich groß sein, wegen der Instabilität von EVE und der unbekannten Entfernung zwischen ihnen. Es waren die größten Einzelkonstruktionen, die je von Menschenhand errichtet wurden und der Bau erforderte mehr als 200 Jahre, selbst unter Berücksichtigung des gesamten Vermögens der damaligen Menschheit. Es war beschlossen und verkündet worden, dass die neue Welt für jedermann zur Besiedlung offen stand, auf der Basis "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Das bedeutete, dass sobald diese Welt offenstand, hunderte Organisationen damit begannen, die neue Welt zu erforschen und zu besiedeln.

EVE schloß sich, als die EVE-Tore noch im Bau waren. Das schien die Sprungtore zunächst in keiner Weise zu beeinflussen und sie funktionierten von Anfang an zuverlässig. Aber dann, nach 70 Jahren unterbrechungsfreier Tätigkeit, schlug das Desaster zu: ein unerklärliches Phänomen umschloß die Sprungtore und erzeugte eine gravo-magnetische Turbulenz, die die Sprungtore unbrauchbar und das florierende System New Eden praktisch zum Schutthaufen machte. Das EVE-Sprungtor in New Eden existiert immer noch, aber jedes Schiff, das versucht sich ihm zu nähern, wird von den bösartigen Schwerkraft-Stürmen zerrissen.

Die Auswirkungen der Schließung von EVE waren überraschend und dramatisch. Alle Stützpunkte und Siedlungen in der Welt von EVE, die weitgehend von der industriellen Infrastruktur von New Eden oder sogar der alten Welt abhängig waren, sahen sich durch die Katastrophe abgeschnitten und isoliert. Da die meisten Kolonien erst vor ein paar Jahren oder Jahrzehnten gegründet worden waren, waren nur wenige selbstversorgend. Eine nach der anderen starb aus, umgebracht durch Mangel an Sauerstoff, Wasser oder Lebensmitteln. Die wenigen, die übrigblieben, verloren allmählich ihr Wissen und ihre High-Tech-Industrie, da sie die Werkzeuge und Möglichkeiten nicht hatten, diese wieder aufzubauen oder auch nur zu unterhalten.

Jahrtausendelang existierten und entwickelten sich diese verstreuten Enklaven der Menscheit in Isolation voneinander. Im Laufe der Zeit veränderten die Umweltbedingung auch deren äußeres Erscheinungsbild und machten sie so unterschiedlich zu ihren jeweiligen Nachbarn.

Von den übrig gebliebenen Kolonien wuchsen 5 zu den großen Imperien auf, die heute die Machtbalance in der Welt von EVE zwischen sich aufrecht halten.

Es sind das Amarr Imperium, die Gallente-Föderation, das Caldari Imperium, die Republik Minmatar und das Jovia Imperium. Dazu kommen einige kleine Bündnisse und Staaten.

Seit über 100 Jahren leben die großen Reiche miteinander in Frieden. Sie haben hart darum gerungen, den Frieden zu bewahren, da jedes nur zu gut die tiefgreifenden Konsequenzen eines interstellaren Krieges kennt. Neueste technologische Durchbrüche in der überlichtschnellen Fortbewegung und der resultierende starke Anstieg von Weltraumreisenden hat den Frieden erschüttert, aber nicht gebrochen - zumindest bis heute nicht.

(Quelle : www.eve-online.de)

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